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Woher kommt eigentlich der Begriff Industrie 4.0?

In Deutschland wird der Begriff Industrie 4.0 gerne als Synonym für die Digitalisierung verwendet. Nicht als Aprilscherz gedacht, wurde der Begriff erstmals am 01. April 2011 vorgestellt und stammt aus einer Initiative der „Promotorengruppe Kommunikation der Forschungsunion Wirtschaft –Wissenschaft“.  Hinter der Forschungsunion verbarg sich ein Expertinnen- und Expertengremium, das im Auftrag der Bundesregierung von 2006 – 2013 zu Strategien für die Zukunft des High-Tech-Standorts Deutschlands beriet.

Industrie 4.0 stellt eine Verbindung zu den drei vorangegangenen industriellen Revolutionen her. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich das Manufakturwesen zur mechanisierten Produktion - ein massiver Wandel in der Lebens- und Arbeitswelt der Menschen. Die Agrargesellschaft entwickelte sich zur Industriegesellschaft.

Die Fließbandarbeit und der Taylorismus im frühen 20. Jahrhundert bezeichnet die zweite industrielle Revolution. Es entwickelte sich ein neues organisatorisches Ideal, welches die Menschen zu einem Teil einer Produktionskette mit festgelegten Arbeitsabläufen werden ließ. Erstmals war es möglich, Waren in großen Mengen zu produzieren. Die Gewinne von Firmen stiegen ebenso wie die Löhne und das führte zu einer erhöhten Nachfrage – der Beginn der Konsumgesellschaft.

Der deutsche Bauingenieur Konrad Zuse entwickelte 1941 mit dem Z3 den ersten funktionsfähigen Computer der Welt. Erste Unternehmen begannen Computer zu nutzen und auch im Personal- und Privatbereich wurden diese immer beliebter. Die dritte industrielle Revolution begann Ende der 1970er Jahre und war von IT und Automatisierung geprägt. Die festgelegten Arbeitsabläufe der Fabriken durch menschliche Hand wurden mehr und mehr von Maschinen übernommen.

Betrachtet man nun jede einzelne der drei Revolutionen, fällt einem schnell ein gemeinsamer Nenner ins Auge: der zunehmende Grad der Automatisierung. Unter dem Begriff Industrie 4.0 werden viele Begriffe zusammengefasst. Cloud, Internet of things, Smart Industry, Roboter, intelligente Fabriken und künstliche Intelligenz sind nur einige von ihnen. Die Grundlage dieser Technologien ist aber immer ähnlich: Selbstorganisation und Selbstoptimierung durch intelligente Prozesse, neue Wertschöpfungsketten und verändertes Arbeits- und Konsumverhalten. Industrie 4.0 beschreibt einen Prozess des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandels, der uns in den nächsten Jahren immer weiter begleiten wird.